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Aus Liebe zur analogen Fotografie

Chromogener Film

Was ist chromogener Film?

Bei chromogenen Film handelt es sich um einen analogen Schwarzweißfilm, der im Farbprozess C-41 entwickelt wird. Die schwarzen Bildbereiche werden also nicht durch die geschwärzten Belichtungskristalle im herkömmlichen Entwicklungsprozess für Schwarzweißfilm gebildet, sondern sind „echte“ Farben.

Diese entstehen, weil sich während der Entwicklung die Silberkörner mit bildformenden Farben verbinden. Im Anschluss wird das Silber durch Bleichen entfernt. Das so entstehende Bilder ist dann nahezu silberfrei und sehr feinkörnig.

Insofern könnte man also sogar von einem „Farbfilm“ sprechen. Auch wenn schwarz und weiß nach der Farblehre keine Farben sind. Quasi ein unmöglicher Film!

Was sind die Vorteile?

Durch die Entfernung des Silbers sind die Negative sehr feinkörnig. Eine feine Körnung geht oft mit einem Schärfeverlust einher. Das ist hier nicht so sehr der Fall, da die chemische Zusammensetzung des Filmes dafür sorgt, dass dieser ausgeglichen wird. Für Nerds: verantwortlich dafür ist der sog. DIR-Kuppler.

chromogener_film_beispiel

Gibt es Nachteile?

Aufgrund seiner Beschaffenheit ist chromogener Film nicht so lange haltbar wie „herkömmlicher“ S/W-Film. Allerdings nur auf Jahrzehnte gerechnet. Wenn du den Film nicht allzu lange lagerst, merkst du davon nichts.

Wie wird chromogener Film entwickelt?

Chromogener Film wird mit dem C-41 Prozess entwickelt. Hier findest du eine Anleitung zum Entwickeln von Filmen im C 41-Prozess. Insgesamt ist diese Art der Entwicklung etwas anspruchsvoller als die Entwicklung von S/W-Filmen. Ganz einfach, weil du dabei etwas präziser arbeiten musst und C-41 Film nicht viele Fehler verzeiht.

Gibt es noch chromogene Filme?

Ja, tatsächlich gibt es die noch. Oder besser gesagt: den. Denn der Ilford XP-2 ist nach dem Ende des Kodak BW400CN der letzte verfügbare Film dieser Art. Aber dafür gibt es ihn noch sowohl als 120er Mittelformatfilm als auch als 35mm Kleinbildfilm.

Der einzige verfügbare Vertreter dieser Spezialfilme: der Ilford XP-2.

Du kannst die speziellen Eigenschaften dieses Films also immer noch selbst erleben. Viel Spaß dabei!

Quellen: Hedgecoe, John (1982): Fotografie für Könner; Solf, Kurt Dieter (1990): Fotografie. Grundlagen – Technik – Praxis