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Aus Liebe zur analogen Fotografie

Testbericht: Die Schwarz-Weiß-Filme von Kodak Alaris
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Testbericht: Die Schwarz-Weiß-Filme von Kodak Alaris

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Der folgende Testbericht ist von Kodak Alaris gesponsert. Sie haben mir einige Kleinbildfilme zum Testen geschickt, die ich mir mal näher angesehen habe.

Tatsächlich ist meine Erfahrung mit den Schwarz-Weiß-Kleinbildfilmen von Kodak Alaris nicht sehr groß. In meinen Archiven habe ich lediglich 1x den T-Max 100, 2x den T-Max 400 und 2x den P3200 gefunden.

Ich hatte jetzt also mal die Gelegenheit, die Filme ausgiebig zu testen und mir einen Überblick zu verschaffen, wie die Urgesteine der analogen Fotografie eigentlich im einzelnen und verglichen untereinander wirken. Viel Spaß bei der Lektüre!

Kodak T-MAX 100

Allgemeines über den 100 TMax

Die Tmax-Filme versprechen „das Beste aus zwei Welten“, nämlich feines Korn und dabei eine hohe Empfindlichkeit. Die ISO 100-Variante eignet sich dabei „besonders für feine Strukturen“. Das alles steht zumindest im Datenblatt der Tmax-Reihe. Im Test zeigt sich, dass die Hersteller ihren Film (Überraschung!) wirklich gut kennen, wie du an den Bildern unten sehen kannst.

Entwicklung, Push & Pull

Es empfiehlt sich für die Entwicklung auf Kodak-eigene Entwickler, wie zum Beispiel den HC 110, zurückzugreifen. In der beliebten Verdünnung B dauert die Entwicklung 6 Minuten.

Unter 5 Minuten sollte der Film sowieso nicht entwickelt werden, da die Ergebnisse dann nicht mehr reproduzierbar sind. Danach eher kürzer fixieren als zu lang, 10 Minuten reichen in der Regel. Im Zweifelsfall: 2x die Klärzeit der aktuellen Fixierlösung.

Push & Pull ist hier zwar natürlich machbar, würde ich aber nicht empfehlen. Gerade die Push-Entwicklung verstärkt oft die Schatten zu sehr, die ja gerade die Stärke des Films sind. Ich lasse mich jedoch gerne vom Gegenteil überzeugen, wenn mir jemand ein entsprechendes Bild zeigt.

Handling

Mülleimer in einer des Hauptbahnhofes, nahe U55.
Mülleimer im Hauptbahnhof, nahe U55.

„Hauchzart“ und „weich“ kommen mir als erste Begriffe in den Sinn, wenn ich mir die Positive so anschaue. Mit der richtigen Belichtung, wie oben im Hauptbahnhof, kommen die Grautöne sehr schön zur Geltung und die Schatten enthalten noch viel Zeichnung.

Als Portraitfilm bringt er die Strukturen der Haut schön zur Geltung, als Landschaftsfilm würde ich ihn hingegen nur bedingt verwenden.


Kodak Tri-X 400

Allgemeines über den 400 TX

Wer den 400 TX in die Kamera legt, fotografiert mit einem Stück Geschichte. Das klingt pathetisch, ist aber eine Tatsache. Denn der Tri-X 400 ist der Reportagefilm schlechthin. In den 60er und 70er Jahren war er unter Fotojournalisten sehr verbreitet, da er in nahezu jeder Situation einsetzbar war.

Er zeichnet sich außerdem durch eine hohe Kantenschärfe und mittelstarkes Korn aus. Du weißt nicht, mit welchem Film du gerade fotografieren sollst? Dann nimm den 400 TX.

Entwicklung, Push & Pull

Durch seinen hohen Belichtungsspielraum ist der Tri-X 400 ideal für Push- und Pull-Entwicklungen geeignet. Zwei oder drei Blenden sind locker drin, möglich soll sogar eine Entwicklung bis zu ISO 6400 sein!

Wenn es herkömmlich sein soll, kann man ihn auch für 9 Min. bei 20 Grad in Xtol (1:1) werfen.

In HC 110 (B) gestaltet sich die Entwicklung schon schwieriger. Das Datenblatt gibt bei 20 Grad eine Entwicklungszeit von 3:45 Min. an, was vielen Profis jedoch deutlich zu kurz vorkommt. Sie empfehlen mind. 6 Minuten und auch ich habe damit schon gute Erfahrungen gemacht (s. Bilder).

Handling

Insgesamt ist der Tri-X 400 ein „Immer-dabei-Film“. Ob Street, Landschaft, Urlaub, Sportveranstaltung etc. Mit diesem Film bist du für so ziemlich jede Gelegenheit, außer einem Weltraumspaziergang, bereit.

Sei dir dabei aber des gut sichtbaren Korns und schwachen Schattenzeichnungen bewusst. Der 400TX funktioniert meiner Meinung nach am besten mit starkem Kontrast. Wie du ihn am Ende aber einsetzt, bleibt natürlich dir überlassen.


Kodak T-MAX P3200

Allgemeines über den TMAX 3200

Der P3200 kann einem viel geben, aber auch viel nehmen, wenn man nicht richtig mit ihm umgeht. Wer ihn blauäugig in seine Kamera mit DX-Erkennung legt, wird später von den Ergebnissen enttäuscht sein. Denn die Nennempfindlichkeit ist nicht ISO 3200, sondern 800. Darauf weist auch das „P“ im Namen, welches für Push steht.

Der P3200 wurde übrigens erst 2012 nach längerer Pause wieder neu eingeführt! Er reiht sich damit in die Liste derjenigen Filme ein, die Kodak wiederbelebt, anstatt wie andere Filmhersteller immer nur Material einzustampfen..

Entwicklung, Push & Pull

Wie der Name schon sagt, ist dieser Film gerade für die Push-Entwicklung besonders geeignet. Dabei gehen, wie bei den anderen Filmen, noch stärker die Zeichnungen in den Schatten verloren und das Korn wird gröber. Ein Look, den man definitiv erreichen wollen muss und der nicht vergleichbar ist mit dem 100 TMax (was ja auch nicht das Ziel ist). Das tut der Stimmung jedoch auch keinen Abbruch, wie du an dem Bild unten sehen kannst.

Ungepusht und auf ISO 800 belichtet empfiehlt das Datenblatt eine Entwicklung von 8,30 Min bei 20 Grad in HC 110 (B). Auch hier gilt, dass kein Film unter 5 Minuten entwickelt werden sollte.

Handling

Der P3200 erinnert mich noch stärker an „Reporter-Look“, den der 400TX liefert. Allerdings ist das Korn hier schon sehr stark sichtbar, was der Schärfe des Bildes natürlich zugutekommt. Mit den richtigen Motiven, wie hier beim Vogelflug, kann ich mir auch sehr gut vorstellen, davon große Abzüge in der Dunkelkammer zu machen.

Wichtig ist wie gesagt, ihn eher bei ISO 800 oder 1600 zu belichten und entsprechend zu entwickeln. Das reicht immer noch für schnelle Bewegungen, reduziert aber das sonst sehr dominante Korn. Bei richtiger Handhabung hast du aber den perfekten Film für viele Low Light-Situationen und schnellen Sport.


Fazit

Mit den drei vorgestellten Filmen kannst du nichts falsch machen, sondern hast für jede Situation den richtigen Film parat. Bei einem so traditionsreichem Unternehmen wie Kodak Alaris ist das jedoch auch kein Wunder. Hier werden nach wie vor Qualitätsprodukte hergestellt, die man jedoch, wie z. B. im Fall des P3200 Tmax, auch richtig einzusetzen wissen muss.

Wer sich ein wenig mit den Filmen auseinandersetzt, kann mit dem Angebot also gut und gerne jahrelang fotografieren ohne je einen anderen Film anfassen zu müssen.

Keep Knipsing,

Marcel

Written by Marcel - 25. April 2019 - 1359 Views

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