Welcher Film für welche Gelegenheit?

Oft stelle ich mir die Frage, welchen Film aus der schier unüberschaubaren Masse ich für welche Aufnahmen verwenden sollte. Und ob es einen wirklich guten Film gibt, mit dem ich alles machen kann. Diese Fragen beantworte ich nun in diesem Artikel.

Filme von DM und Rossmann

Mittlerweile bieten leider nur noch DM und Rossmann neben den klassischen Fotoläden Kleinbildfilme an. Beide haben allerdings ihre Eigenmarke auslaufen lassen und vertreiben nur noch den Kodak Gold 200 und den Agfa Precisa CT sowie den Schwarz/Weiß-Film APX 100 und 400. Am preiswertesten ist der Kodak Gold 3er Pack á 36 Aufnahmen zum Preis von 7,99€ (also ca. 2,60€ pro Film). Wirklich günstige Filme gibt es daher nur noch abgelaufen im Internet (meistens auch ohne Qualitätseinbußen).

Für wen eignen sich diese Filme? Ich selbst habe über ein Jahr mit Billigfilmen fotografiert und zwar genau so lange, bis ich alle meine Kameras und Objektive getestet und meinen eigenen Stil gefunden habe. Damit ist der Anspruch an diese Filme auch schon ausgeschöpft. Sie eignen sich daneben höchstens noch für Party- oder Urlaubsfotografie. Wer hingegen einen hohen qualitativen Anspruch hat und seine Bilder präsentieren oder vergrößern möchte, kommt um Markenfilme nicht herum. Einzige Ausnahme davon ist der AGFA APX 100, der immer noch gern von Heimentwicklern und zum Ausprobieren bei der Streetfotografie genommen wird.

 

mehrere Patronen analoger Kodak Farbfilme

Diese Kodak Farbfilme eignen sich nur für Anfänger oder zum Testen deiner Ausrüstung.

Welche Filme sind am populärsten?

Eine Übersicht über alle gängigen Filme zu geben ist beinahe unmöglich, da leider immer wieder Filme eingestellt werden, wie zuletzt von Fuji. Es gibt aber eine Handvoll Filme, die sehr weit verbreitet sind und von vielen Fotografen genutzt werden.

Übersicht über gängige analoge Filme:

Ilford HP 5 Plus 400*ca. 6€
Ilford Delta 400*ca. 6,10€
Fomapan 100*, Fomapan 200* oder Fomapan 400*ca. 4,10€
Kodak Tri-X 400*ca. 6,20€
Kodak Tmax 100* und Tmax 400*ca. 5,80€
Kodak Ektar 100*ca. 7,80€
Kodak Portra 160* oder Portra 400*ca. 7,50€ – 8,50

Analoge Filme kaufen

Die meisten Filme und auch eine Menge Zubehör findet ihr günstig im Internet. Empfehlen kann ich z.B. Macodirect und Fotoimpex. Bei Ebay und Amazon solltet ihr nur im Notfall kaufen, die Preise dort sind meistens Abzocke. Für Bestellungen bei Fomapan in Tschechien lohnen sich Sammelbestellungen, um das Porto günstig zu halten.

Ein Birkenbaum auf analogen Film mit hängen Zweigen

Beispielbild mit dem Kodak Tri-X 400.

Kein Film für alle Fälle

Bei den professionellen Filmen gibt es nur noch wenig Allroundmaterial. Viele haben spezielle Vor- und Nachteile, z. B. bei der Farbwiedergabe oder einfach beim „Look“. Am ehesten eignet sich noch ein Kodak Tri-X 400 für „Alltagsfotografie“, aber das ist eben auch Geschmackssache. Zudem sollte der Umgang mit Schwarz-Weiß-Material m.M.n. nicht zu inflationär erfolgen. Ausschlaggebend ist neben euren Vorlieben aber auch die Filmempfindlichkeit (ISO), denn sie bestimmt die Filmsituation und die Körnigkeit.

Für Portraits eignen sich der Kodak Portra 160 und der Kodak Ektar 100, da sie eine geringe ISO vorweisen und damit ein sehr feines Korn haben, perfekt für Portraits mit guter Ausleuchtung. Letzterer erzeugt zudem warme und erdige Farben.

Für Streetfotografie und im Alltag eignet sich wie gesagt der Kodak Tri-X 400, aber auch der Kodak Portra 400 und der Ilford HP5+ sehr gut. Mit ISO 400 erzeugt man genügend kurze Belichtungszeiten, um den Alltag ohne Qualitätsverluste und in fast jeder Situation einzufangen. Der HP5+ hat außerdem einen angenehm weichen Kontrast. Zum Üben tun es wie gesagt aber auch der APX 100 oder 400.

In der Dämmerung und in Innenräumen (Keller, Kneipe, etc.) braucht man hohe ISO-Zahlen, wie z.B. vom Ilford Delta 1600. Dabei muss man allerdings ein gröberes Korn in Kauf nehmen. Ihr könnt aber auch versuchen, einen Delta 400 auf ISO 1600 zu pushen, um ein etwas weicheres Korn zu haben. Vorausgesetzt, ihr entwickelt eure Filme selber.

Fazit

Ich hoffe, damit konnte ich dir eine kleine Entscheidungshilfe geben, welchen Film du bei welcher Gelegenheit benutzen solltest. Es ist wie gesagt vor allem wichtig, sich der Situation bewusst zu sein, in der du fotografieren willst. Dann ergibt sich eine grobe Einschränkung in Sachen Filmtyp und ISO meistens von selbst. Auch mit den genannten gängigen Filmen machst du zu Beginn nichts falsch.

Im Laufe der Zeit wirst du wahrscheinlich sowieso deinen Favoriten herausfinden und neue Filme entdecken, die hier noch nicht genannt wurden. Aber ich will ja auch nicht alles verraten und dir den Spaß an der Entdeckungsreise vorwegnehmen. Analog ist eben immer auch Abenteuer!

Also, Keep Knispsing!

Euer Marcel

 

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2 Antworten

  1. 8. September 2015

    […] den gut für Portraits verwenden kann, habe ich zufällig bei meiner Recherche zum Artikel “Welche Film für welche Gelegenheit?” […]

  2. 10. Dezember 2017

    […] Hier kannst du als Ergänzung dazu schon mal einsehen, welchen Film du bei welcher Gelegenheit verwenden kannst. […]

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