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Aus Liebe zur analogen Fotografie

Anleitung: Analoge Filme einfach selbst entwickeln!
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Anleitung: Analoge Filme einfach selbst entwickeln!

Analoge Filme selbst zu entwickeln ist einfach, schnell zu erlernen und macht eine Menge Spaß! Du hast trotzdem Angst, deine Filme zu versauen? Keine Bange, mit dieser Schritt für Schritt-Anleitung kann gar nichts schief gehen. Ich weiß das, weil ich mir diese Anleitung zu Anfang selbst zusammengeschrieben und danach meine ersten Filme entwickelt habe.

Ein kurzer Hinweis zu Beginn: Wir arbeiten jetzt mit Chemiekalien. Bitte sei deshalb sehr vorsichtig im Umgang damit und beachte auf jeden Fall die Sicherheitshinweise. Auch wenn wir nur sehr kleine Mengen brauchen, bleibt jede Chemie trotzdem zu einem gewissen Grad schädlich!

S/W-Kleinbildnegativ auf Leuchtplatte
Hier siehst du ein S/W-Kleinbildnegativ auf der Leuchtplatte.

1. Die Vorbereitung

Ganz wichtig: Der Entwicklungsprozess steht der analogen Fotografie in nichts nach. Du kannst nichts abkürzen, musst exakt die Zeiten abwarten und Hektik wird dir Probleme bereiten. Also atme tief durch und freu dich auf die kommende Zeit!

Für die Filmentwicklung solltest du ein paar Sachen bereitlegen. Ich habe hier ausführlich dargelegt, welche Ausrüstung du für die Filmentwicklung brauchst. Ich rate dir zur Vorbereitung dringend, diesen Artikel zu lesen.

Wenn du alles bereitgelegt, den Film aufgespult und in der Dose hast, kann es weitergehen.

2. Chemie ansetzen

Das ist der Teil, dem du besondere Aufmerksamkeit zukommen lassen solltest. Er ist aus meiner Sicht einer der wenigen Hauptfehlerquellen.

Für den gesamten Prozess brauchst du einen Entwickler- und einen Fixieransatz. Beide werden nach demselben Prinzip hergestellt und du brauchst für beides jeweils zwei Werte: A) die Füllmenge der Entwicklerdose und B) das Mischverhältnis der Chemie.

Ersteres findest du auf jeder Dose und für die mögliche Anzahl an Filmen angegeben. Zweiteres entnimmst du dem Datenblatt oder der Verpackung der Chemie.

Jobo Filmdose 1510 auf der Seite liegend.
Hier zu sehen: Bei der (von uns verwendeten) Kippentwicklung brauchen wir 250ml Flüssigkeit für einen 135 Film.

2.1 Entwickler

Nehmen wir an, du entwickelst deinen Film ganz klassisch mit Adonal von Adox (Der offizielle Nachfolger des berühmten Rodinal). Das Standardmischverhältnis für viele Filme ist hier 1+50. Die Füllmenge beträgt, wie im Bild sichtbar, 250 ml. Damit hätten wir unsere zwei Werte und kommen zur Berechnung des Ansatzverhältnisses.

Du weißt bereits, dass du 250 ml Ansatz brauchst, um die Dose zu füllen. Aber du musst noch herausfinden, wie viele Anteile Wasser und wie viel Chemie darin enthalten sind. Das sagt dir folgende Formel:

Anteil Chemie = Ansatzmenge / Gesamtteile

Die Ansatzmenge ist 250, die Gesamtteile 51. Denn es kommt 1 Teil Chemie auf 50 Teile Wasser (eben 1+50). Wir brauchen also 250/51= 4,9 ml Adonal und dementsprechen 245 ml Wasser.

Wichtig!
Es gibt für jeden Entwickler eine Mindestmenge an Chemie, die immer vorhanden sein muss. Bei dem alten Rodinal waren das z. B. 10 ml. Die Erfahrung vieler Fotografen hat aber gezeigt, dass 5 ml durchaus ausreichend sind, sodass wir mit unserer errechneten Menge arbeiten können.

Wenn du auf der sicheren Seite sein und mit 10 ml arbeiten möchtest, ist das natürlich kein Problem. Dann brauchst du jedoch eine Entwicklerdose, die mindestens 500 ml fasst.

2.2 Fixierer

Beim Fixierer verhält es sich ähnlich wie beim Entwickler. Als Beispiel dient uns Adox Adofix Plus, das Mischverhältnis beträgt hier 1+7.

Nach unserer Formel brauchst du also 250/8= 31,25 ml Fixierchemie und 218,75 ml Wasser.

Gieße das Wasser und die Chemie in eine Laborflasche und schwenke diese, um beide Flüssigkeiten zu vermischen. Achte darauf, dass sich dabei keine Blasen oder Schaum bilden bzw. diese beim Einfüllen wieder verschwunden sind.

Tipp!
Die Laborflaschen sehen oft gleich aus. Um die Chemie nicht zu verwechseln, markiere die Flaschen für Entwickler und Fixierer am besten mit verschiedenfarbigem Klebeband.

Zwei braune Laborflaschen, eine mit rotem und eine mit blauem Klebeband umwickelt.

3. Der analoge Entwicklungsprozess

Der Film ist in der Dose und die Chemie ist angesetzt. Die Vorbereitungen sind nun abgeschlossen und es kann losgehen! Für die Entwicklung deiner Filme kannst du dich nun an dieser Checkliste (ab Punkt 3) entlangarbeiten:

  1. Bereitlegen der Entwicklerdose (auf Amazon ansehen)* mit eingespultem Film.
  2. Ansetzen der benötigten Chemie.
  3. Film vorwässern (1 – 2 Minuten).
  4. Entwicklung (Entwickler einfüllen, nach vorgegebener Zeit entwickeln und danach entleeren).
  5. Entwicklung stoppen (3x mit Wasser spülen).
  6. Fixage (Selber Prozess wie Entwicklung).
  7. Wässerung nach der Ilford-Methode.
  8. Netzmittelbad (5 Minuten).

Fixierzeit: Bei Punkt 6 stellt sich die Frage, wie du die Fixierzeit ermitteln kannst. Denn es gibt nicht wie beim Entwickler vorgegebene Zeiten. Aber es gibt eine allgemeine Regel, die besagt, dass die Fixierzeit die doppelte Klärzeit ist. Die Klärzeit ist die Zeit, die der Film braucht, um im Fixierbad durchsichtig zu werden. Nimm also zum Beispiel das Stück Film, welches du beim Einspulen abgeschnitten hast, und tauche es in den Fixierer. So erhältst du leicht die Klärzeit und damit auch die Fixierzeit.

Zu kompliziert? Dann nutze diese Faustregel:
Normale Filme etwa 7 Minuten fixieren, Flachkristallfilme etwa 12 Minuten.

Anmerkungen zum Prozess

  • Ich empfehle die Vorwässerung, um den Lichtschutzhof der Filme schon vor Beginn der Entwicklung zu lösen. Davon versprechen sich viele Fotografen eine effektivere Entwicklung, ich habe das aber noch nicht konkret getestet.
  • Achtet beim Entwickeln darauf, den vom Hersteller empfohlenen Kipprhythmus einzuhalten. Außerdem zählt die Zeit zum Einfüllen und Ausgießen des Entwicklers zur Gesamtzeit dazu.
  • Man kann einen Film kaum überfixieren, außer du lässt ihn sehr lange drin. Also lieber zu lang als zu kurz fixieren!
  • Flachkristallfilme (z. B. die Kodak T-Max-Filme) brauchen ein längeres Bad als normale Filme, nämlich die dreifache Klärzeit.

4. Trocknung und Archivierung

Nach dem Netzmittelbad brauchst du deine Filme nur noch zum Trocknen aufhängen. Ich empfehle dir, das im Badezimmer zu tun, da dort aufgrund der generell höheren Luftfeuchtigkeit weniger Staub umherwirbelt.

Zur Archivierung eignen sich Pergaminhüllen am besten, da sie die Negative nicht beschädigen und sich gut in einem Ordner aufbewahren lassen.

Mehrere Pergaminhüllen, gefüllt mit 135er und 120er Film.
Pergaminhüllen reagieren nicht auf die Negative, lassen aber trotzdem einen Blick auf die Motive zu.

5. Anmerkungen zur Filmentwicklung

  • Jedes Wasser, das du benutzt, muss 20 °C haben. Egal, ob beim Wässern, Stoppen oder Spülen. Sonst besteht die Gefahr des Runzelkorns!
  • Du kannst Fixierer mehrmals verwenden! Teste aber vor jeder Entwicklung die Kapazität des Fixierers mit einem Fixierbadprüfstäbchen.
  • Verbrauchte Chemie gehört nicht in den Abfluss, denn sie ist umweltschädigend! Sammle Chemie und Fixierer getrennt und gibt sie bei deinem örtlichen Versorger (meistens kostenlos) ab.
  • Auch beim Netzmittelbad kannst du theoretisch berechnen, wie das Mischungsverhältnis sein muss. Mein Rat aus der Praxis: Such dir ein ausreichend großes Gefäß, befüll es mit 20 °C warmen Wasser und gib einen Spritzer Netzmittel hinzu. In der Regel reicht das und du muss keine Mensur mit schaumigen Netzmittel auswaschen.
  • Es gibt nahezu unendlich viele Kombinationen von Film und Entwickler. Damit du immer weißt, wie du einen Film entwickeln solltest, empfehle ich dir die Internetseite MassiveDevChart. Du findest du fast jede denkbare Kombination.

Glückwunsch! 🙂

Wie du siehst, ist es gar nicht schwer, analoge Filme selbst zu entwickeln! Nun kannst du die Negative im Scanner oder der Dunkelkammer weiter verarbeiten. Viel Spaß dabei und

Keep Knisping!

*Das ist ein Affiliate-Link. Wenn du das verlinkte Produkt oder andere Sachen nach dem Klick auf den Link kaufst, erhalte ich eine kleine Provision. Das Produkt wird dadurch nicht teurer für dich. Ich würde mich freuen, wenn du mir damit hilfst, meine Arbeit weiter machen zu können.

Written by Marcel - 9. September 2019 - 433 Views

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  • Wenn man beim Umzug noch Fotopapier findet.. 😅 @adoxphoto, haben eure Papiere eigentlich ein MHD? 🤐
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#dunkelkammer #adox #easyprint #vergrößerer #fotopapier #print #analogefotografie #schwarzweiss #believeinfilm #filmisnotdead
  • Uiuiuiui was ist denn hier los? Gibt es vielleicht bald etwas zu lesen? 🤔 🤫
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  • Hallo Instagram, lebt ihr noch? 😬 Bei mir passiert gerade extrem viel im Hintergrund, sodass ich hier gerade etwas kürzer trete. Sollte aber nicht mehr allzu lange dauern und dann gibt es gleich mehrere aufregende Neuigkeiten! 
Einen kleinen Zuwachs möchte ich euch aber jetzt schon zeigen! Endlich hat eine Fed 2 den Weg zu mir gefunden! 😁 Ich habe schon lange nach einem Schnäppchen gesucht und es dieses mal auch gefunden. Der erste Film ist durch und wenn die Ergebnisse stimmen, bekommt sie eine Grunsreinigung. Im Objektiv war leider Wasser kondensiert, da steht also eine Grundreinigung an. Aber von meiner Fed 3 habe ich noch passende M39-Objektive da. Schauen wir mal, was bei rauskommt.. #Fed2 #russischekamera #ostblock #Leica #LeicaNachbau #analogefotografie #kleinbild #35mm #keepfilmalive #analog
  • Landregen... ... ist ein schöner Regen! 🌧️ Und seine Pfützen erzeugen schöne Spiegelungen. Hier zum Beispiel aufgenommen mit einer Praktica MTL 50. Die muss schließlich auch mal wieder bewegt werden!
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  • Noch bis morgen verlose ich auf der Facebookseite dieses schmucke Kameraset zum "Sofort Analog loslegen"! 📷❤️ Schaut vorbei und macht noch mit! ✌️ #analogkamera #verlosung #gewinnspiel #analogphotography #nikon #kodak #kleinbild #35mm
  • ❌ Der heutige #Analogtipp ist kurz und knackig, dafür aber nicht weniger wichtig. Besonders Anfänger werden von den Ergebnissen ihrer ersten Filme oft frustriert sein. Dabei ist es völlig normal, wenn von einem Film nur 5 oder 6 Bilder vorzeigbar sind. 🤷‍♂️ Hand aufs Herz, ich hatte 36er-Filme, bei denen nur ein Bild wirklich so gut war, dass ich es veröffentlichen konnte oder zeigen wollte. 
Deshalb seid bitte nicht zu streng mit euch! 🙏 Der Umgang mit Kameras und Filmen ist zu Anfang tricky und der manuelle Fokus wird oft nicht sitzen. Lasst euch dadurch nicht den Spaß verderben, denn eines kann ich euch versprechen: Wenn ihr dran bleibt, werdet ihr schnell Fortschritte sehen. Deshalb Keep Knipsing! 📸  #analogtipps #analoganfänger #kleinbildfilm #analogkamera #analogfotografie #shootfilm #35mmfilm #film #filmisnotdead #filmphotography
  • Weite Landschaften kann Brandenburg ziemlich gut. Ein Grund mehr, warum ich es so liebe! Hier bin ich nicht nur aufgewachsen, hier komme ich auch immer wieder gerne hin zurück, um dem Gedränge und der Lautstärke Berlins zu entkommen. 
Ja, manchmal riecht es nach Dorf und ja, das Internet ist hier recht langsam. Auch der Blick auf die Landtagswahlen am 01.09. treiben mir blaue Sorgenfalten auf die Stirn. Aber gerade deshalb ist es so wichtig, strukturell und industriell aufzuholen. Die Menschen hier sind nicht rechts und sie wollen auch keine AFD-Regierung (von den generell blau-braun Gesinnten mal abgesehen, die wir leider vermehrt in Ostdeutschland haben). Aber von den aktuell 21% sind 17% einfach nur frustriert, weil sie immer noch hinter dem Mond leben müssen. Deshalb muss man diesen Leuten mit Argumenten begegnen und nicht mit der Nazikeule. Damit überzeugt man nämlich keinen. Das ist harte Arbeit, aber jeder muss sie für sich und in seiner Familie anpacken. Wir Brandburger mehr als viele andere. 
Hm, bin wohl ein bisschen abgeschweift. Schönes Bild, wollte ich eigentlich sagen.
Tschau mit V.  #analogfilm #fckafd #analogphotography #schwarzweiss #landschaft #brandenburg #ltw19 #ltw2019 #ltwbb #instakwer
  • Sicht über Prag  Ich war erst zwei Mal dort, bin aber schon in die Stadt verliebt ❤️ Ich könnte dort jedes Jahr mindestens 1x hinfahren! 🚝  Habt ihr auch solche Spots, die euch magisch anziehen?  #prag #nikonf3 #ilfordhp5 #reisen #analogfotografie #schwarzweiss #believeinfilm
  • Der heutige #Analogtipp hilft euch, nervige Reflexionen in Schaufenstern oder auf Wasser zu vermeiden! 🙌⁠
Das ist besonders bei der Streetfotografie, aber auch bei Auto- oder Zugfahrten nützlich.⁠
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Benutzt einfach einen Polarisationsfilter oder auch kurz: Polfilter. 🤓⁠
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❌Wichtig: Ein Polfilter hat noch viele andere Eigenschaften! So wird unter anderem der Kontrast des Motivs verstärkt und der Filter lässt weniger Licht durch❗ Das müsst ihr bei der Belichtung beachten, wenn ihr nicht sowieso mit TTL-Belichtungsmessung arbeitet.⁠
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Ein Polfilter kann also sehr nützlich für euch sein! :)⁠
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