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Aus Liebe zur analogen Fotografie

Canon AE-1 Program mit Zubehör

Canon AE-1 Program

Sie war eine meiner ersten fünf analogen Kameras, die ich überhaupt besessen habe. Lange Zeit habe ich nur mit ihr fotografiert und ihren Zauber hat sie nie ganz verloren. Grund genug, sie euch heute einmal genauer vorzustellen: Die Canon AE-1 Program.

Die Canon AE-1 Program ist der Nachfolger der ebenfalls sehr beliebten Canon AE-1. Mit diesen beiden Kameras hat Canon den Markt der analogen Kameras quasi umgekrempelt, da sie erstmals von Mikroprozessoren gesteuert wurden. Was du von ihr erwarten kannst und was nicht, zeigt dir der folgende Artikel.

Übersicht und Bedienung der Canon AE-1 Program

Bedienung

Die Bedieung dieser Kamera ist ziemlich einfach und sehr intuitiv, gerade für Anfänger. Wenn du dich von den Automatikfunktionen aber überrumpelt fühlst, ist das kein Problem. Denn die Canon AE-1 P (wie sie gern abgekürzt wird), kann auch vollständig manuell arbeiten. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum ihre Vorgängerin nach der Veröffentlichung in der Bedeutungslosigkeit verschwand.

Zusätzlich gibt es viele Internetseiten, welche dir die Anleitung zum Teil kostenlos zur Verfügung stellen. Ich habe hier einige der Seiten, die Anleitungen für analoge Kameras parat haben, für dich zusammengestellt.

Die Kamera wird mit Kleinbildfilm* (35mm Film) geladen und verfügt nicht über einen Autofokus. Du musst also manuell fokussieren.

Belichtungsmessung

Die Canon AE-1 Program zeigt beim Messen immer die Blende an, mit der es das Foto aufgenommen wird. Solltest du die Belichtungszeit aber selbst wählen, gibt das Display keine Auskunft über die aktuell eingestellte Zeit. Da hilft nur, dir die Zeit beim Einstellen zu merken.

Zubehör

Einer der wichtigsten Pluspunkte (s. unten) ist aus meiner Sicht die breite Palette an weiterem Zubehör. So kannst du nicht nur wirklich sehr gute Objektive zu einem meist überschaubaren Betrag erwerben und sogar einen Motor anschließen. Der bringt zwar nicht viel Power, ist aber ein nettes Gimmick.

Die Bedienelemente

Front

Du siehst vorne den kleinen Buckel, der sich wunderbar zum Halten der Kamera eignet. Darunter versteckt sich die Batterie. Einfach aufschrauben, den kleinen Hebel reindrücken und schon springt das Batteriefach auf.

Auf der rechten Seite des Objektivs siehst du den Abblendschieber (unten) und die Speichertaste (oberer schwarzer Knopf). Der Abblendschieber dient dazu, die Schärfentiefe bei einer voreingestellen Blende zu kontrollieren. Mit der Speichertaste speicherst du die aktuell gemessene Belichtung und kannst danach den Bildausschnitt noch einmal neu festlegen. Detaillierte Infos zur Anwendung findest in der Bedienungsanleitung.

Canon AE-1 Program rechte Seite

Oben links (wenn du auf das Objektiv schaust)

Oben siehst du die altbekannten Bedienelemente, wie sie an fast jeder Kamera vorkommen: Den EIN/AUS-Schalter (grob übersetzt: A = AN, L = Lock/Aus, S = Selbstauslöser). Der Selbstauslöser kann mit einen Druck auf die Batterieprüftaste übrigens wieder abgebrochen werden.

Daneben den findest du den Schnellspannhebel zum Spannen des Verschlusses und gleichzeitigem Filmtransport.

Wieder ein Stück weiter und nicht zu übersehen sitzt das Zeitwahlrad inkl. der Stellung für die Programmautomatik. Darüber sitzt das Bildzählwerk.

Oben rechts (wenn du auf das Objektiv schaust)

Der schwarze Knopf ist die Batteriekontrolltaste. Wenn du sie drückst, sollte die Kamera sechs bis sieben Mal innerhalb einer Sekunde piepen. Piept sie hingegen nur ca. drei Mal pro Sekunde, solltest du die Batterie* wechseln.

Der Aufdruck direkt darunter ist die Filmebenenanzeige. Solltest du den Abstand zwischen Filmebene und dem Fotomotiv ermitteln müssen (z.B. bei der Makrofotografie), solltest du dich an ihr orientieren.

Der kleine Kopf daneben entsperrt das ISO-Wahlrad.

Und nicht zuletzt haben wir auf dem ISO-Wahlrand die Rückspulkurbel inkl. Rückwandöffner (durch Hochziehen der Kurbel).

Die Vorteile dieser Kamera

Die Vorteile der Canon AE-1 Program sind zahlreich, denn sie ist eine gute durchdachte und hervorragend verarbeitete Kamera. Diese stichpunktartige Liste soll dir einen kurzen Überblick geben:

 

- Sehr gute Verarbeitung und Langlebigkeit

- Canon FD-Bajonett für hervorragende Linsen

- relativ kompakt und nicht sehr schwer

- Gute Programmautomatik

- Batterie auch heute noch leicht zu bekommen

- Gute Haptik und Bedienung

- sehr gut erweiterbar, zum Beispiel durch einen ansetzbaren Motor

 

Du siehst also, die Canon AE-1 P kann eine ganze Menge. Da sie sehr weit verbreitet war, haben auch etliche Hersteller kompatible Objektive entwickelt. Sollte dein Geldbeutel also keine originalen Optiken zulassen, kannst du auch auf  "Fremdobjektive" mit FD-Anschluss (wichtig!) zurückgreifen.

Die Nachteile dieser Kamera

Es gibt jedoch, wie an fast allen Kameras, auch einige Nachteile. Diese halten sich bei der AE-1 P jedoch in Grenzen, wie du gleich sehen wirst.

1. Der Canon-Keuchhusten

Der umgangssprachliche Keuchhusten kann bei allen Kameras der Canon A-Serie auftreten. Auch die AE-1 Programm ist vor ihm nicht sicher. Der Keuchhusten entsteht immer dann, wenn das Schmiermittel der Spiegelbremse verharzt ist. Dadurch schlägt der Spiegel langsamer und "quietscht" dabei auf einer ziemlich hohen Frequenz.

Das klingt nicht schön und natürlich möchte man so eine Erkältung bei seiner Kamera "heilen". Das geht auch ziemlich gut mit einem Tropfen Ballistol an der richtigen Stelle. Eine sehr gute Anleitung zur Beseitigung des Keuchhustens findest du z. B. hier auf YouTube.

 

2. Die Auslösesperre bei Dunkelheit

Hierzu habe ich mich intensiv mit anderen Analog-Fotografen ausgetauscht, weil ich es erst für einen Fehler hielt. Denn selbst im manuellen Modus löst die Canon AE-1 P nicht aus, wenn es "für ihre Verhältnisse" zu dunkel erscheint. Es scheint also sogar im M-Modus eine gewisse Automatik zu geben, die den Anweder vor Fehlbelichtungen schützen möchte.

Das ist natürlich gerade für erfahrere Fotografen ärgerlich, die solche Mittel ja zum Teil bewusst einsetzen wollen. Daher bleibt die AE-1 Programm für mich auch eine Anfängerkamera.

TL;DR Ist es der Kamera zu dunkel, kannst du wie bekloppt auf den Auslöser drücken - es wird nichts passieren.

Fazit

Das Fazit kann ich eigentlich kurz und bündig halten:

Mit der Canon AE-1 Programm machst du als Analog-Einsteiger eine Menge richtig. Auch wenn ich nicht so sehr der Fan von Automatiken zum Einstieg bin, kann ich sie wärmsten empfehlen. Du kannst wirklich lange mit ihr arbeiten und glücklich werden.

Fotografen, die jedoch die volle Kontrolle über die Kamera und die Gestaltung des Bildes haben wollen, sind mit einer anderen Kamera aber vielleicht besser bedient. Von du aus dieser Ecke kommst, solltest du eventuell Ausschau nach einer vollmechanischen analogen Kamera halten.

Wie auch immer du dich entscheidest, ich wünsche dir weiterhin viel Spaß an der analogen Fotografie!

 

Keep Knipsing!

Bilder mit der Canon AE-1 Program

Abschließend zeige ich dir noch eine kleine Galerie mit Bilder, die mit der Canon AE-1 P entstanden sind. Die meisten Aufnahmen wurden entweder mit dem Standard 1.8 / 50mm oder mit dem 1.4 /50 mm - Objektiv gemacht.

Zum Vergößern bitte einmal die Bilder anklicken, sonst sind sie nur unscharf zu sehen.

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