Die Vignette – Kunst oder Katastrophe?

Tacho!

Mit der Vignette ist das so eine Sache. Eigentlich ist sie ein Zeichen falsch eingesetzter Technik bzw. unzureichenden Könnens. Doch bei Instagram zum Beispiel wird die Vignette künstlerisch eingesetzt. Was ist sie also: Kunst oder Katastrophe?

Was ist eine Vignette?

Als Vignettierung (frz. vignette „Randverzierung“, „Abzeichen“) bezeichnet man in der Fototechnik eine Abschattung zum Bildrand hin, die durch eine axiale Anordnung zweier Öffnungen hervorgerufen wird (vgl. Wikipedia). Sie entsteht, wenn das Licht nicht gleichmäßig durch die Blende auf die Bildebene gelangt, also wenn das Licht schräg durch das Objektiv fällt. Das Objektiv schattet sich damit im Prinzip selbst ab. Die Vignettierung ist daher auch umso stärker, je weitwinkliger das Objektiv ist. Bei Objektiven mit Weitwinkelaufsatz passiert es auch, dass die Ränder des Aufsatzes mit abgelichtet werden. Das solltest Du immer im Sucher überprüfen!

Vor- und Nachteile

Die Nachteile liegen klar auf der Hand: Wenn die Vignette nicht gewollt ist, kann sie das Bild empfindlich verschlechtern. Bildelemente können verdeckt und die Bildstimmung durch fehlendes Licht gestört werden. Das ist mehr als ärgerlich und sollte durch die Tipps unten vermieden werden.

Ebenso gibt es aber auch Vorteile. Nicht umsonst bieten Bildbearbeitungsprogramme wie Photoshop oder Apps wie Instagram das nachträgliche importieren einer Vignette an. Sie kann also gezielt eingesetzt werden, etwa wenn der Mittelpunkt des Bildes stark betont werden soll.

 

Kannst Du die Vignettierung vermeiden?

Allgemein gilt: Je weiter Du die Blende schließt, desto weniger stark fällt die Vignette aus. Der Grund: Da die Blendenöffnung bei Blende 8 wesentlich kleiner ist als zum Beispiel bei 2.8, muss das Licht auch nur noch durch diese kleine Öffnung. Die Chance ist so höher, dass wirklich die ganze Öffnung „beleuchtet“ wird und dementsprechend eine Randabdunkelung ausfällt.

Digitalfotografen:

… brauchen sich um eine Vignette wenig Sorgen machen. Sollte sie auftreten, kann sie relativ leicht mit den gängigen Bildbearbeitungsprogrammen korrigiert werden. Lightroom 5 bietet dafür beispielsweise die Funktion Profilkorrekturen (Objektivkorrekturen) an.

Analogfotografen:

… können mit gescannten Bilder nicht so gut arbeiten wie Digitalknipser. Die Scans verlieren zwangsläufig Bildinformationen. Wir sollten die Vignette daher gleich bei der Aufnahme „herauskorrigieren“. Möglich ist das zum Beispiel durch einen Centerfilter. Dieser ist in der Mitte dunkler als an den Ränder und gleich so die Vignette aus. Damit geht natürlich auch eine entsprechende Abdunklung des gesamten Bildes einher, was bei der Belichtung berücksichtigt werden muss.

Hast Du eine Vignette schon mal gezielt eingesetzt? Oder ist das einfach nur Unsinn? Sag den Lesern Deine Meinung in den Kommentaren!

 

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2 Antworten

  1. 12. Januar 2016

    […] Das hier ist nun die zweite Vorschau auf die Galerie “In 15 Bildern durch den Wald”. Ich fand das Motiv zunächst reizlos, mir hat das “gewisse Etwas” gefehlt. Als ich mich weiter umschaute, ist mir zu meinen Füßen einen großes, löchriges Stück Borke (Folge dem Link für ein anderes Borken-Bild) aufgefallen. Das habe ich kurzerhand vor das Objektiv gehalten und bekam damit eine natürlich Vignette, die sich super in die Bildkomposition einfügt! So wird das Waldthema noch mal unterstützt. Welche Vor- und Nachteile Vignetten haben sowie viele weitere Infos dazu findest Du im Artikel “Die Vignette – Kunst oder Katastrophe?” […]

  2. 24. Mai 2017

    […] Man kann sehr viele Filter hinzufügen, die Helligkeit steuern und eine stufenlos regelbare Vignettierung einfügen. Damit kann das aufgenomme Foto also sofort nach Belieben bearbeitet und anschließend […]

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