Russe gegen Japaner: Ein Objektivvergleich des MC Volna 3 mit dem Mamiya Sekor C!

Wenn man selbst entwickelt,

kommt man auf die verrücktesten Ideen. Man hätte sowas sicher schon vorher machen können, aber wenn man die Ergebnisse so eines Vergleiches noch am selben Abend sieht, steigt die Neugier einfach nochmal um das Zehnfache! So habe ich mich spontan daran gemacht und das russische* mit dem japanischen Objektiv verglichen. Aber warum eigentlich ein Objektivvergleich?

Ich selbst bin Liebhaber der sovietischen Kameras und höre immer wieder mit Verdruss, dass schlecht über diese optischen Geräte gesprochen wird.

 

Ein Beispiel: Ich brachte einmal eine Mamiya M645 (mit adaptieren Volna 3-Objektiv) zu einem Reparaturservice, weil ich wissen wollte, warum sich der Auslöser nicht betätigen ließ. Der Besitzer, ein kautziger Mittfünziger mit typischer Berliner Schnauze meinte dann: „Oh Man, so eine schöne Kamera und dann ausgrechnet so ein Objektiv daran!“ Ich erklärte ihm, dass der Adapter mit 27€ gerade (zu meiner Studentenzeit) eher in das Budget passt als ein Objektiv für 120€ und mehr. Oder ein anderes Zitat „Hand aufs Herz, es (das Volna-3) ist eigentlich ein richtiges Scheiß Objektiv, manchmal recht wackelig verarbeitet und anscheinend mit einiger Streuung in der Produktion“ (The Hometrail Blog)

Im Gegensatz dazu werden die Mamiya-Objektive hoch gelobt: Tolle Linse, schöne Abbildungsleistung, etc. Man bekommt den Eindruck: Wer ein russisches Objektiv an der Kamera nutzt, kann auch gleich eine Lochkamera nehmen. Ich wollte es nun genau wissen und habe glücklicherweise zwei vergleichbare Linsen zu Hause: Das MC Volna 3 2.8/80 und das Sekor C 2.8/80.

 

Was unterscheidet die beiden Objektive?

So ein Vergleich kann im privaten Bereich natürlich keinen wissenschaftlichen Kriterien standhalten. Ich habe mich aber bemüht, den Versuchsaufbau möglichst reproduzier- und vergleichbar aufzubauen. Das bedeutet, die Bilder wurden direkt nacheinander an der selben Kamera aufgenommen (Mamiya M645) und auf dem gleichen Film (Fomapan 100). Dazu gehört aber auch, die technischen Daten anzugeben, die neben den Messfehlern sicherlich als Hauptgrund für Qualitätsunterschiede der Endprodukte gelten können.

 

Technische Daten MC Volna-3
Format: Mittelformat SLR

Typ: Festbrennweite

Fokus: Manueller Fokus (MF)

Objektiv-Anschluss: Pentacon Six, Kiev-88, Salut

Produktionsbeginn: 1982

Optischer Aufbau: 6 Elemente in 3 Gruppen

 
Spezifikationen:

Focal length Max. aperture Min. aperture Blades Min. Focus (m.) Filter Ø (mm.) Weight (gr/oz) Length (mm/in)
80mm f/2.8 f/22 6 0.6 62 340/12 53/2,1

 

Technische Daten Sekor C 2.8/80
Format: Mittelformat SLR

Typ: Festbrennweite

Fokus: Manueller Fokus (MF)

Objektiv-Anschluss: Mamiya 645

Optischer Aufbau: 6 Elemente in 3 Gruppen

Spezifikationen:

Focal length Max. aperture Min. aperture Blades Min. Focus (m.) Filter Ø (mm.) Weight (gr/oz) Length (mm/in)
80mm f/2.8 f/22 6 0.7 58 220/7,8 43/1,7

Quelle der Spezifikationen: allphotolenses.com

 

Man sieht hier, dass sich der strukturelle Aufbau etwas unterscheidet. Denn im Sekor C sind die Linsenelemente in 5 anstatt in 3 Gruppen aufgebaut.

 

Testbilder – Der Objektivvergleich

 

 

Fehlende Randschärfe und etwas „matschiges“ Bokeh sind die Nachteile, die man im Vergleich am besten erkennt.

 

Weitere Bilder zum Volna 3 an der Kiev 60 …

 

… und des Sekor C 2.8 an der Mamiya M645

 

Fazit

Fehlende Randschärfe und etwas „matschiges“ Bokeh sind die Nachteile des Volna 3, die man im Vergleich am besten erkennt. Viel mehr würde ich daraus nicht ableiten wollen, denn alles andere kommt mir sehr subjektiv vor. Interessanter wären noch ein Vergleich mit Farb- bzw. Diafilmen über die gesamte Blendenreihe. Aber schon dieser spontane Test enthüllt, dass das Sekor C gerade im Detail besser abschneidet.

 

Aber rechtfertigt das wirklich die negative Bewertung des MC Volna-3? Wie würdest du diese Unterschiede bewerten?

Ich freue mich auf eure Meinungen!

Keep Knipsing

 

 

 

*etwas vereinfacht spreche ich in diesem Artikel von „russisch“. Kenner wissen, dass Kiev ein ukrainisches Unternehmen ist.

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